Zwischen Moldau und Thaya

Kulturgeschichtliche Exkursion in Süd- und Südostböhmen

15. - 18. Juni 2017 

Über 100 Jahre vor Martin Luther prangerte bereits Jan Hus die Missstände in der Kirche an und forderte ihre Reformation ein. Seine Hinrichtung 1415 in Konstanz löste in Böhmen größte Empörung aus. Sie führte unmittelbar zur Hussitischen Bewegung, die dem Reich und seinem Regenten, Kaiser Sigismund, lange das Fürchten lehrte. Die Stadt Tabor war eine Hochburg der Hussiten. Ihrer Geschichte nachzuspüren fällt leicht: Die Region ist reich an grandiosen Kulturschätzen, sodass wir unsere 2016 begonnene Entdeckung Böhmens in einer nicht minder aufregenden Landschaft fortsetzen werden. 

Wesentliche Stationen unserer historischen Exkursion: 

Tag 1:

Auf dem Weg nach Jindřichův Hradec kamen wir nicht nur am Geburtshaus des Reformators in Husinec vorbei, wir entdeckten auch das reizvolle südböhmische Landstädtchen Trebon mit seinem Schloss. Jindřichův Hradec allein schon war eine Reise wert, besonders natürlich die gewaltige Burg, nach Schloss Krummau die größte Anlage Südböhmens.  

Tag 2:

Tabor ist für die Geschichte des 15. Jahrhunderts ein wichtiger Ort. Die Stadt wurde 1420 zur Hochburg der Hussiten, schließlich auch Zentrum einer radikalen Gemeinschaft der Bewegung, der Taboriten. Nicht weit von Tabor fanden wir die Reste der Ziegenburg, wo Jan Hus für gewisse Zeit Unter-schlupf fand.  Viel besser erhalten und aufgrund seiner Lage eine überaus romantische Anlage ist das Wasserschloss von Cervena Lhota. Uns interessierte natürlich sein ausgesprochen gut erhaltener Bestand.

 

Tag 3:

Die Landschaft bei Jindřichův Hradec ist auch als  tschechisches Kanada 

bekannt. Wer die dünn besiedelte Landschaft mit ihren vielen Seen und Weiheranlagen hautnah erleben will, muss sie mit einer historischen Schmalspurbahn durchfahren. Ganz in der Nähe fand sich eine der größten Burgruinen Tschechiens: Landstejn. Die mächtige Feste wurde von einem Zweig der Witigonen (Rosenberger) erbaut. 

 

Tag 4:

In Milevsko wartete eine weitläufige gotische Klosteranlage auf uns, nicht weit davon der Zvikover Hausbrauer, der uns schon 2016 begeistert hat.

Für eine Pause der besonderen Art war auf der Heimfahrt eine Besichtigung der sehenswerten Wasserburg Svihov geplant. Ein Heimspiel für unseren Exkursionsleiter Pavel Koura, der wieder für unvergessene Tage gesorgt hat. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen 2018.

Die Exkursion erfolgte als Busfahrt

Exkursionsleitung: Robert Giersch, Pavel Koura

 

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© Robert Giersch Januar 2016