Auf den Spuren der gemeinsamen Geschichte von Oberösterreich, der Eisenwurzen und Mittelfranken

Eine landesgeschichtliche Exkursion nach Oberösterreich

 

vom 29. April - 2. Mai 2017

1266 erschien Oberösterreich in einer Urkunde als Österreich et supra Anasum, 1273 verwaltete ein landesfürstlicher Pfleger das Land „ob der Ennse“. Damals ging die große Zeit des böhmischen Königs Ottokar II. zu Ende, der das Land nach dem Aussterben der Babenberger gewonnen hatte.

Unter den Habsburgern entwickelte sich das Land ob der Enns weiter, nicht nur als Transitregion von größter Bedeutung, sondern auch als blühender Wirtschaftsraum, der auf das Weiße Gold, Erz- und Holzreichtum zurückgreifen konnte. Die Donauschifffahrt und mehrere Fernhandelsstraßen waren bereits im Mittelalter die wesentlichen Lebensadern. Von daher pflegte Oberösterreich jahrhundertelang auch enge Beziehungen zur Handelsmetropole Nürnberg. Als Reichsstadt pflegte die Noris intensiven Kontakt zum Kaiser, und spätestens zu Zeiten Friedrichs III. waren Nürnberger das ganze Jahr hindurch in dieser Region unterwegs.

Das jahrhundertelang blühende Metallgewerbe in und um Steyr pflegte vielfältige Beziehungen zu Nürnberger Unternehmen. Metallarbeiter der Noris wanderten im 14. Jh. ein und brachten ihr knowhow mit. 

In den Zeiten der Gegenreformation kam es zur Gegenbewegung: Zu Tausenden mussten ab 1636 lutherisch denkende Österreicher zwangsweise ihre Heimat verlassen und kamen vor allem im protestantischen Mittelfranken an. Eine Massenmigration, die auch den im großen Krieg ausgebluteten Pegnitz- und Rezatregionen wieder auf die Beine half.  Nicht wenige Franken haben daher österreichische Wurzeln.

Fahren Sie mit uns mit, folgen auch Sie den Spuren dieser Geschichte.

Auf dem Programm standen:

Tag 1: Die Landeshauptstadt

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Oberösterreichischen Landesmuseums verschaffte uns in der Ausstellung einen Überblick über die Landesgeschichte und brachte uns die Linzer Altstadt näher.

Tag 2:

Ausführliche Besichtigung der Burg Clam, eine der am besten erhaltenen Burgen Österreichs, mit Graf Clam-Martinic.

In Grein besuchten wir die Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Coburg.

Wir erkundeten das Augustinerstift St. Florian und erlebten ein ausgezeichnetes Orgelkonzert.

Tag 3:

Auch die Stadt Steyr stand auf dem Programm. Wir durchstreiften die historische Altstadt und entdeckten die Spuren der gemeinsamen Geschichte von Steyr und Nürnberg.

Herausragendes Erlebnis: Unser gemeinsames Treffen mit der Arge 

Familienforschung Eisenwurzen-Franken in Gresten, wo besonders viele Exulanten nach Franken auswanderten. Wir hörten von ihrer Geschichte, besichtigten das Schloss, das ein Zweig der fränkischen Stiebar von Buttenheim dort einrichtete und erfuhren, was die große Dichterin Marie Ebner von Eschenbach im Schloss erlebt hat.

Ein herzliches Dankeschön an Hans Karner, Pfarrer Sinhuber, Graf Seefried, das Schauspielteam, die Wia z' Haus Musi und alle weiteren Mitwirkenden für den tollen Empfang.

Tag 4:

Natürlich wurde auch der alpine Teil des Landes gewürdigt: Mit dem Team der Österreichischen Bundesforsten lernten wir im Nationalpark die Geschichte der höfischen Jagd und der jahrhundertealten Forstwirtschaft im Hochgebirge kennen.

Die Exkursion erfolgte als Busfahrt

Exkursionsleitung: Robert Giersch, Prof. Dr. Klemens Waldhör

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Robert Giersch Januar 2016