Kulturerbe an Eisack und Rienz

An der Straße nach Italien auf den Spuren Oswald von Wolkensteins

Exkursion 18_2

Landeskundlich-historische Bus-Exkursion vom 10. bis 14. Mai 2018

Dauer: 5 Tage

 

Durchgeführt. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Mitwirkenden!

 

Die Fahrt nach Südtirol war ein Highlight unserer Kulturerbe-Exkursionen. Anlässlich des 640. Geburtstages des Dichters, Musikers, Ritters und Politikers Oswald von Wolkenstein ging es zu Stationen seiner Heimatregion am Eisack und im Pustertal.
Die Südtiroler Täler waren und sind im besonderen Maße vom kulturellen Austausch geprägt: Auf den Straßen durch das Eisack- und Rienztal ziehen seit Jahrtausenden Menschen auf der Suche nach Neuem, Wandel und Handel, seit dem Mittelalter auch Nürnberger Kaufleute, Pilger und Künstler. 

Tag 1: 10. Mai 2018

Nach Zustiegen in Engelthal bei Hersbruck, Lauf und in Nürnberg machten wir uns auf den Weg in Richtung Brenner. Die erste Station unserer fünftägigen Erkundungsfahrt war die Burg Reifenstein, die so mancher Experte des mittelalterlichen Bauens für die authentischste Feste des deutschsprachigen Raumes hält. Am Nachmittag waren wir dann zu Gast im Augustinerkloster Neustift, wo wir nicht nur wie seinerzeit Oswald von Wolkenstein Quartier nahmen, sondern uns auch durch die geschichtsträchtige Anlage führen ließen.

 

Tag 2: 11. Mai 2018

Der zweite Tag war ganz dem Dichter und Ritter Oswald von Wolkenstein und seiner Familie gewidmet.  Kein Weg führte natürlich an der Trostburg vorbei: Die großartige Anlage war lange der Hauptsitz der Wolkensteiner, und hier hatte Oswald wohl die meiste Zeit seiner Kindheit verbracht. Nach einer Besichtigung der weitläufigen Anlage mit der unvergleichlichen Frau Gröber und einer angemessenen Jause machten wir uns auf den Weg zur Burgruine Hauenstein, der wichtigsten Burg im Leben des Dichters. Einige Teilnehmer verzichteten auf den Aufstieg zur spektakulär am Schlern gelegenen Feste und besuchte auf bequemeren Wege die Burgruine Aichach, einst Besitz von Leonhard von Wolkenstein, und den Pflegerhof.

Tag 3: 12. Mai 2018

Brixen und der Dom sind das Zentrum des Eisacktales.  Von größter kunsthistorischer Bedeutung ist der Kreuzgang am Dom.  Ganz in der Nähe ist auch das Kenotaph, das Oswald als Kreuzritter darstellt. Der Brixener Stadtführer Walter Kircher, der sich im Geschichtsverein und für seine Eisacktaler Heimat engagiert, brachte uns nicht nur seine Heimatstadt näher, sondern führte uns auch zur Urzelle der Region, zum Kloster Säben. Auf der Akropolis Südtirols erwartete uns Dr. Hans Nothdurfter, ein Urgestein der Archäologie in den Alpen, um uns eine spannende Einführung in die Geschichte Säbens zu bieten. Im Anschluss erlebten wir den sogenannten "Keschtnweg" und auf diese Weise die herrliche Landschaft mit dem Dolomitenblick. 

 

Tag 4: 13. Mai 2018

Auf den Besuch der Burg Rodenegg nahe am Eingang ins Pustertal freuten wir uns besonders, denn neben den schon länger bekannten Iwein-Fresken hätten wir weitere romanische Wandmalereien bewundern können, die erst vor kurzem freigelegt wurden. Leider hat man uns versetzt, und uns vor verschlossenem Burgtor warten lassen. Erst nach einigen Recherchen erfuhren wir von der von der Denkmalpflege verordneten Sperrung der Anlage.

Dank des herzlichen Empfangs und interessanten Einführungsvortrags durch Herrn Dr. Planker im Museum Ladin in St. Martin wurde der Tag doch noch ein Erfolg. Nach unserem Rundgang durch das Museum entdecken wir die grandiose Landschaft und die historischen Mühlen bei Campill.

Tag 5: 14. Mai 2018

Am Ende unserer historischen Exkursion wollten wir uns mit der bäuerlichen Welt des Hochgebirges beschäftigen. Im nordöstlichen Südtirol, wo die Lebensbedingungen mit am härtesten waren und zum Teil auch noch sind, waren wir Gäste bei der Familie Hofmann, die uns eindrucksvoll zeigte, wie sie mit einem Heimatbewusstsein und ökologischer Verantwortung einen Weg in die Zukunft geht. Nebenbei durften wir ihr eigenes kleines Museum in einem der ältesten Bauernhäuser der Region erkunden.  Mit einer ausgesprochen herzlichen und liebevoll gestalteten Jause nahmen wir Abschied von unseren Gastgebern und von Südtirol.

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© Robert Giersch Januar 2016