Die naturbelassenen Täler der Karnischen Alpen

Refugien für Natur und Kultur

 

Exkursion vom 30. Mai bis 2. Juni 2019

In den Karnischen Alpen finden sich historische Kulturlandschaften, die zu den naturbelassensten Tälern der Alpen zählen. Die Exkursion ging nicht nur auf eine Entdeckungsreise, um faszinierende Landschaftsbilder zu erleben: Wir erkundeten ökologisch wertvolle Naturräume ebenso wie historische Bauwerke, die an den Alltag der Menschen erinnern, die jahrhundertelang in besonderem Maße der rauen Bergwelt ausgesetzt waren. Dabei verschafften wir uns auch ein Bild über aktuelle Projekte, mit denen Alpenbewohner versuchen, die Zukunft trotz großer struktureller Probleme mit ökologischer Ausrichtung und neuen Ideen zu meistern.

Die Exkursion machte deutlich, wie sehr erhaltene Kulturlandschaften zur Gesundheit des Menschen beitragen.

Tag 1

Wir reisen über das Drautal in die Grenzregion von Osttirol und Kärnten. Nach einer Einführung in die Vor- und Frühgeschichte des Drautals geht es weiter zum Weißensee. Die auf über 900 m über NN gelegene See weist eine ausgezeichnete Wasserqualität auf und ist Lebensraum von 24 Fischarten. Wir informieren uns, wie eine nachhaltige Nutzung und angewandter Artenschutz zum Erhalt einer Gebirgslandschaft beitragen kann.

Tag 2

Das Lesachtal gilt als naturbelassenstes Tal Österreichs. Dank der Randlage nahe der Grenze zu Italien und der schwierigen topographischen Situation blieb die negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus aus. Daher wartet nicht nur eine einzigartige Hochgebirgslandschaft auf uns, sondern auch bewahrte Ortsbilder und authentisch erhaltene Objekte der regionalen Baukultur. Höhepunkt ist die Klosteranlage Maria Luggau mit einem einzigartigen Heilkräutergarten der Renaissance.

Tag 3

An diesem Tag reisen wir vom Gailtal zunächst ins Kanaltal, das heute bereits zu Italien zählt, jedoch im Mittelalter zum Hochstift Bamberg gehörte. Von dort ging es ins Aupatal, das sicher zu den einsamsten Tälern der Alpen überhaupt gehört. Strukturelle Probleme sorgten im 20. Jh. für eine starke Abwanderung. Eine Vielzahl von Anwesen wurde aufgegeben. Heute stemmen sich engagierte Menschen gegen den Trend. Wir besuchten den Landwirt Kaspar Nickles, der sich mit einem ökologischen Projek für eine nachhaltige Zukunft der Kulturlandschaft einsetzt.

Tag 4

Vor unserer Heimreise besuchten wir noch einmal Osttirol. Das Virgental ist eine Landschaft, die von der Venedigergruppe geprägt wird. Der Massentourismus konnte sich bisher nicht durchsetzen, so dass der besondere Reiz des Tals noch erlebbar ist. Nach dem Besuch der mittelalterlichen St. Nikolauskirche und der bäuerlichen Landschaft bei Matrei erlebten wir eine eindrucksvolle Führung von Anni Holzer durch ihre volkskundliche Sonderausstellung.

 

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© Robert Giersch Januar 2016